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RME - UFX Audiointerface

RME Fireface UFX - 12 Kanal FireWire Audio Interface

 

 Video - Teil 1 - Ohne Effekte

 

 

 Video -Teil 2 - Mit EQ und Compressor

 

 


Was ist das Fireface UFX?

Im Prinzip handelt es sich hier erst einmal um ein FireWire- bzw. USB-Interface. Soll heißen: Es gibt analoge Ein- und Ausgänge, eine entsprechende AD/DA-Wandlung und - wie aktuell recht verbreitet - eine umfangreiche Steuersoftware. Auf nur einer 19“ Höheneinheit soll das Fireface UFX die zentrale Audioanbindung an den Computer sein. RME unterstützt dabei sowohl Windows PCs als auch Macs.

Zwei Besonderheiten bietet das UFX, die ich schon mal an dieser Steller hervorheben will: Das UFX besitzt ein Display und Steuerbuttons, sodass Hauptfunktionen wie Gainregelung, Ausgangslautstärke und sogar Effekte direkt am Gerät bedient werden können. Man muss also nicht für jede Nachjustage in die Software. Zum anderen bietet das UFX einen Standalone-Betrieb, um völlig ohne angeschlossenen Computer Aufnahmen zu machen. Dafür steht ein separater USB-Anschluss an der Vorderseite des Gerätes bereit. Dort können Sticks oder Festplatten angeschlossen werden.

 


Analoge Anschlüsse

Die analoge Seite ist schnell zusammengefasst: Es stehen insgesamt 12 Eingänge am UFX zur Verfügung. Davon sind 8 Lineeingänge auf der Rückseite als symmetrische Klinke ausgelegt und vier weitere auf der Vorderseite jeweils als XLR-Klinken-Kombi. Diese vier Anschlüsse sind auch gleichzeitig die vier einzigen Mikrofonpreamps am UFX. Wahlweise lassen sich hiermit auch Linesignale oder Instrumente verbinden. Daneben finden wir zwei Kopfhörerausgänge, die über die Software oder direkt über das Display und die dazugehörigen Funktionstasten geregelt werden können. Die Lineausgänge finden wir auf der Rückseite des UFX. Dort sind die Ausgänge 1 und 2
als XLR Buchse verbaut. Diese sind im Standardrouting als Monitorausgang gedacht. Ausgänge 3 bis 8 liegen als symmetrische Klinkenbuchsen an. Digitale Anschlüsse In digitaler Form ist fast jeder Anschluss möglich, den man sich wünscht: Zweimal Midi In/ Out, AES/EBU, 16 Kanal ADAT, Wordclock, die erwähnten Schnittstellen zum Computer sowie eine Remote-Buchse für die separat erhältliche RME-Fernbedienung. Erst in der Software verschmilzt diese Vielzahl von Anschlüssen zu einer Übersicht an maximal 30 Eingängen und 30 Ausgängen, die übersichtlich und beliebig geroutet werden können. Dazu später mehr. Erstmal bleiben wir am Gerät selbst...

Hardware Bedienung

Die Implementierung einer Hardwaresteuerung durch ein Display und Funktionsknöpfe ist von unschätzbarem Wert. Es reduziert z.B. einfache Gainänderungen auf einen intuitiven Griff an das Interface. Das Display selbst ist jedoch mit 160 x 128 Pixeln recht klein ausgefallen. Das ist an sich erstmal kein Problem, da es RME gelingt eine gute Struktur und Übersicht herzustellen. Die Displaytechnik scheint aber dann doch etwas angestaubt. Blickt man nicht exakt von vorn auf das Display (und wann tut man das schon bei einem 19“ Gerät), entsteht der aus frühen LCD-Zeiten bekannte Umkehreffekt von Schwarz und Grautönen. Das irritiert gelegentlich und ist nicht schön. Da die Farben aber gut und kontrastreich gewählt sind, fällt das nicht stärker ins Gewicht. Die Bedienung des Menüs erfolgt über nur vier Tasten und drei Drehregler, wobei auch die Drehregler eine Ducktastfunktion erfüllen. So kommt man mit nur ein bis zwei Tastenclicks fast immer an die gewünschte Funktion und regelt dann über die sehr gut laufenden gerasterten Potis. Möglich wird das durch den internen DSP, der nicht nur das Routing übernimmt, sondern auch eine ganze Reihe an Effekten bietet.


Die Software

RME hat die Mixersoftware überarbeitet und in ein modernes Gewand gesteckt. Kennt man das Fireface 800 mitsamt der Software, wird man sich über das neue TotalMix FX freuen. Die Oberfläche ist grafisch deutlich ansprechender und weniger gedrungen. Optisch kann TotalMix FX mit den aktuellen DAWs locker mithalten. Jeder Kanal lässt sich auf ein Minimum an Breite reduzieren oder für den Zugang zu den Effekten und erweiterten Funktionen verbreitern. Neben Gainsettings, FX-Sends und den üblichen Micinput-Funktionen wie Phantompower können nun auch DSP-Effekte auf jeden Kanal gelegt werden. Dazu gehört eine hervorragende Dynamiksektion, ein vollparametrischer EQ sowie Halleffekte. Die Qualität der Effekte ist durchweg sehr gut. Wer sämtliche Möglichkeiten von TotalMix FX ausschöpfen möchte, sollte sich Zeit zum einarbeiten nehmen. Hier hilft auch das gute und ausführliche Handbuch. Denn spannend wird die Software, wenn man Gebrauch von den komplexen Routingoptionen macht. Praktisch latenzfreie Submixe mit Effekten sind dann zügig en masse erstellt. Hier drei individuelle Kopfhörermixe für die Musiker, dort unterschiedliche Abhörmixe: Kein Problem. Mit der Snapshot Funktion ist mit einem Click immer die richtige Übersicht zur Stelle. Auch die Monitoringfunktionen sind übersichtlicher und schneller zugänglich geworden. Im Gesamtbild bildet TotalMix FX zur Zeit die Steuersoftware-Referenz. Kein anderes Interface kann derzeit mit einer so ausgewogenen Balance aus Übersicht, Funktionsvielfalt
und Stabilität mithalten.


Klang

Wir testen die Preamps am Drumset mit Overheads, an der Bassdrum und Snare. Außerdem nehmen wir eine Akustikgitarre und Vocals auf. Am Schlagzeug gefällt uns die knackig schnelle Transientenwiedergabe. Das Auflösungsvermögen ist sehr gut. Wir erhalten an der Overheadposition der Mikrofone eine fantastische Durchzeichnung - das Interface ist praktisch nicht hörbar. Es färbt nicht, es bildet schlichtweg authentisch ab. Stimme und Gitarre zeigen, dass auch eine komplex farbenfrohe Mittenwiedergabe zu den Stärken der UFX Preamps gehört. Diese Vorverstärker werden auch hohen Studioerwartungen gerecht. Wer Charakterpreamps sucht, kauft sich dezidierte Geräte, die er dann mit den Lineinputs des UFX verbindet. So kann man den UFX als Schaltzentrale verstehen, die eben noch „on top“ vier sehr gute und neutrale Preamps mit hohen Gainreserven liefert. Die Wandlung des Fireface UFX erfolgt dann auch nach State of the Art: Runde, mächtige Basssignale kann das UFX ebenso handeln wie knackige Attacks und Raumtiefe. Hier sucht man vergeblich nach Schwachpunkten. Wie bei den Preamps zeigt sich auch bei den Wandlern das Konzept des möglichst neutralen, unauffälligen Klangs. Das UFX ist auch bei höheren Sampleraten in der Lage, weitere Feinheiten aufzudecken. Eine Raummikrofonierung bei 96kHz kann schlichtweg „echt“ klingen. Da bleiben keine Recordingwünsche offen.


Fazit:

Wir sind begeistert vom Konzept des Fireface UFX und von der kompromisslosen Umsetzung. Das UFX ist eine hochwertige Routingzentrale mit sehr guter Klangqualität auf allen Ebenen. Die Kombination aus verbesserter Software und zusätzlichen Hardware-Bedienoptionen machen dieses RME Interface zur Zeit einmalig. Durch die Vielzahl an Schnittstellen und deren simpler Einbindung ins Mixing besteht man im Studio nahezu alle Herausforderungen. Interessant ist das UFX auch für diejenigen, die bislang keinen richtigen Zugang zu Softwarelastigen Bedienkonzepten hatten. Mit diesem Interface ist RME der Spagat zwischen Funktionsvielfalt und Ergonomie bestens gelungen.


RME FireFace UFX
12 analog In, davon 4 Mikrofon- Instrumentenpreamps und 8 Lineeingänge
8 analog Out, symmetrische Klinke
44,1 / 48 / 96 / 192 kHz 24 Bit Wandlung
2 x Midi In/Out
AES/EBU In/Out
Wordclock In/Out
2 x Adat In/Out (insg. 16 Kanäle)
Remote Anschluss
2 separate Kopfhörerausgänge
1 x FireWire 400
1 x USB 2.0
1 x USB 2.0 für Datenträger
230V Kaltgerätebuchse (integriertes Netzteil)
Mac/PC kompatibel

UVP 2099,- €

www.rme-audio.de

 

 

 

  

 

Im Video seht Ihr Claus Schulte an einem Drumsound Evolution Maple Drum Kit BD 24"x20" - SD Steel 14"x5,5", TT 13"x10", FT 16"x16". Einmal komplett ohne Effekte und im zweiten Video dann mit EQ und Compressor. Das ganze wurde mit nur vier Mikrofonen der Firma Shure aufgenommen. An der Bass Drum war ein Beta 52A. Als Overhead hatten wir zwei Beta 27 und an der Snare Drum war ein SM7B. Die Becken sind von der Firma Turkish Cymbals aus der Rock Beat Raw Serie HH 14", 16" und 18" Crash, 22" Ride. Die Hardware ist komplett von Dixon aus der Kinde Serie. An den Toms sind Felle von Aquarian, SD ein RMV Fell. An der BD RMV amSchlagfell und Remo am Reso.

  

 

www.rme-audio.de